Das "Food is Love-Syndrom"

Aus gegebenem Anlaß möchten wir auf das krankhafte Dickfüttern von Haustieren hinweisen, hier im speziellen, das des Hundes. Das "Füttern gleich Liebe-Syndrom" hat auch bei den Windhunden Einzug gehalten. Wenn ein Afghane 50% seines Normalgewichts aufgefüttert bekommt, sind wir im Bereich der Tierquälerei.

Wie kommt so etwas zustande? Es beginnt generell mit einer totalen Beratungsresistenz des Eigentümers. Mit einer vollkommenen Ignoranz von allem, was ein Hund wirklich braucht. Es geht nur noch darum, seine eigenen, starr- und blödsinnigen Ideen durchzusetzen. Man kauft Leckerchen, man füttert irgendwelche Dosen und Schälchen. Kein Hund braucht das. Aber in der Tier-Futtermittel-Industrie nehmen Leckerlis (Snacks) bereits die Hälfte des Absatzes ein. Eine Belohnung ist etwas anderes. Man kann sie so gestalten, daß sie gerne genommen wird, aber nicht zur Verfettung des Hundes führt.

Wenn sich ein Afghane nach spätestens zwanzig Metern, die er breitbeinig mühsam hinter sich bringt, hinlegen muß, obwohl er noch jung ist, dann ist irgendetwas nicht in Ordnung. Wir haben dazu folgende Kommentare gehört: "... der Hund ist schüchtern, und traut sich nicht weiter, der Hund ist unsicher und legt sich deshalb hin, ........................... " Daß ein übergewichtiger Hund beinahe zwangsläufig auch einen übergewichtigen Eigentümer hat, ist keine statistische Spielerei. Man ist daher mit Ausreden nicht verlegen.

Allerdings, wir bewegen uns bei einem 50% Aufschlag auf das Normalgewicht bereits im tierschutzrelevanten Bereich. Der Hund hat bereits eine Herzverfettung und eine ebensolche Leber. Ist der Hund jung, kann man mit vorsichtiger Konsequenz wieder in einen Normalbereich kommen, da man dem Hund eine angemessene Diät samt Bewegung verschaffen kann. Sie sollte keinesfalls wieder ein tierschutzrelevantes Thema berühren – nämlich das Radfahren mit dem Hund. Ist der Hund bereits alt, hat man seinen Hund in ein Stadium absoluter Lebensgefahr gefüttert und wird größte Probleme haben, dies zu ändern.

Es ist deprimierend, sehen zu müssen, wie ein Hund, der schlank, fit, gesund und gepflegt abgegeben wird, als eine Art Schlummerrolle zurückkehrt, fern ab von jeglicher rassegemäßer Pflege, abgefressenen Ohren und ausgerissenem Fell. Selbst dafür gibt es noch ganz unglaubliche Begründungen.

Wir möchten im Zusammenhang mit der Pflege von Langhaarhunden noch auf folgendes hinweisen: schwarz-roter Haarwuchs zwischen den Ballen und rot entzündete Balleninnenhaut (die der Hund anfängt zu lecken) sind immer ein Hinweis für zu nasse Pfoten, die von einem Nässemarsch zum anderen nicht wirklich austrocknen konnten. Zwar selbstverständlich, dennoch muß es erwähnt werden: beim Afghanischen Windhund ist darauf ganz besonders zu achten, wenn er denn unbedingt bei jedem Wetter durch Wald und Feld muß.


Nachfolgend ein Bericht von Spiegel Online aus England:

Herrchen wegen Tierquälerei vor Gericht

Weil sie ihren Labrador völlig verfetten ließen, müssen sich zwei Brüder im englischen Städtchen Ely vor Gericht verantworten. Das Tier wiegt 74,2 Kilo – mehr als das doppelte des Normalgewichts. Der Hund ist inzwischen so dick, dass er sich kaum noch selbsttätig bewegen kann.

Rusty, ein neun Jahre alter Labrador, kann nach Angaben des Gerichts nur mit Mühe aufstehen und fünf Schritte gehen - höchstens. Danach sei er völlig außer Atem und lasse sich wieder zu Boden sinken. Das Tier sieht den Angaben zufolge eher wie eine Robbe aus als wie ein Hund. Die Besitzer, zwei Brüder, stehen deswegen nun wegen Tierquälerei vor Gericht – ein Novum in der britischen Rechtsgeschichte, wie "Times Online" berichtet.

Die beiden Herrchen, die aus dem Ort Fordham stammen, bestritten dem Bericht zufolge, ihrem Hund unnötiges Leid zugefügt zu haben. Sie hätten dem Tier nur einmal täglich Trockenfutter gegeben und von zu Zeit zu Zeit einen Kochen als Leckerchen, sagten sie aus. Überfüttert hätten sie ihn nicht, Rusty sei schon als Welpe ein Dickerchen gewesen. "Wir haben unterschiedliche Futtersorten ausprobiert, aber es half nichts", sagte einer der Angeklagten.

Dabei ist Rustys Krankengeschichte lang. Seit fünf Jahren werden seine Herrchen regelmäßig von Tierärzten aufgefordert, ihren Hund auf Diät zu setzen – ohne Erfolg. Als dann ein Mitarbeiter der Tierschutzorganisation RSPCA den Hund im Februar zum ersten Mal sah, konnte dieser nicht laufen. Der Tierschützer trug den Besitzern auf, den Hund sofort zum Tierarzt zu bringen. Als er einen Monat später erneut nach Rusty sehen wollte, waren die Männer noch immer nicht mit ihm beim Arzt gewesen. Die Brüder weigerten sich, den Hund herauszugeben, willigten aber ein, dass der Tierschützer ihn zum Arzt bringen dürfe. Das schlug jedoch zunächst fehl – der Hund schaffte es nicht einmal bis zum Auto.

Nach Angaben von Fachleuten leidet der Hund unter Arthritis, Gelenkschmerzen und Atemschwierigkeiten. "Er sah buchstäblich aus wie ein Walross", sagte ein Tierarzt als Zeuge vor Gericht. "Es kam vor, dass er sich nicht von seinen Hinterbeinen erheben konnte. Es war ein grauenhafter Anblick." Rusty lebt nun bei einem Pfleger der RSPCA. Seitdem hat er 22 Kilo abgenommen. Ein Urteil in dem Fall steht noch aus.




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